Pfarrei Binsfeld

  • Geschichte der Pfarrei
  • Die Pfarrkirche

Binsfeld wurde als eigenständige Pfarrei erst 1803 errichtet. Zuvor gehörte der Ort zur Pfarrei Gransdorf. Während der Pfarrort luxemburgisch war, gehörte die Filiale Binsfeld zum kur­trierischen Amt Manderscheid. Binsfeld (Binzfelt) wird in Urkunden des frühen 13. Jahrhunderts genannt. Der Pfarrer von Gransdorf war verpflichtet, ein Mal im Monat in Binsfeld (Bynsfelt) eine Werktagsmesse zu halten und die Toten dort zu begraben. Dafür bezog er jährlich ½ Malter Brotfrucht sowie von jedem Haushalt zwei Brote und eine Garbe Hafer. Stiftungen von Jahrgedächtnissen in der Kapelle führten dazu, dass dort zu der Monatsmesse gelegentlich eine weitere Messfeier hinzukam. Bei der Visitation von 1687 waren alljährlich 18 solcher gestifteten Anniversarien in Binsfeld zu halten. Im Übrigen aber mussten die Filialisten in der Marienkirche von Gransdorf als ihrer Mutterkirche die sonn- und feiertägliche Pfarrmesse besuchen. Dort empfingen sie die Ostersakramente. Dort wurden ihre Kinder getauft und die Brautleute gesegnet.

Der berühmteste Binsfelder war der Trierer Weihbischof Peter Binsfeld (1580-1598), ein gelehrter und eifriger Seelsorger, der aber auch die unselige Hexenverfolgung seiner Zeit  unterstützte. Aus Binsfeld stammte auch Johannes Binsfeld, Stiftsdekan von St. Simeon in Trier (1632-1636), der in seinem Heimatort mehrere Messen stiftete und testamentarisch eine Studienstiftung errichtete.

Angesichts der Weite des Kirchwegs und der Größe des Dorfes ist es verständlich, dass Binsfeld seit dem frühen 18. Jahrhundert entschiedener darum bemüht war, einen eigenen Seelsorger zu erhalten. Ein solcher ortsansässiger Kaplan oder Vikar war denn auch bei der Visitation von 1738 bereits in Binsfeld tätig. Er unterstand dem Pfarrer von Gransdorf. Mit dessen Zustimmung wurde der jeweilige Hilfsgeistliche von den Einwohnern von Binsfeld angeworben und vereinbarungsgemäß entlohnt. Er feierte an allen Sonn- und gebotenen Feiertagen in der Binsfelder Georgskapelle eine Frühmesse mit Katechese, war auch Schullehrer im Dorf und hielt die Beerdigungen mit den üblichen Gottesdiensten, wenn jemand gestorben war. Die Trauungen und Taufen fanden aber weiterhin in Gransdorf statt. Auch für den Empfang der Osterkommunion blieb Binsfeld, das 1777 bereits 272 Kommunikanten zählte, an die Pfarrkirche in Gransdorf gebunden. 1784 erhielt der damals in Binsfeld amtierende Vikar Trierweiler die Erlaubnis, an einem Sonntag im Monat in der Filialkapelle den vollen Pfarrgottesdienst zu halten. Dabei zeigte sich aber jedes Mal, dass die Kapelle viel zu klein war. Nach einer Erweiterung erlaubte der Erzbischof, dass fortan in Binsfeld regelmäßig der volle Sonntagsgottesdienst gehalten wurde. Die Filiale bekam 1787 auch das Taufrecht. Doch das Taufwasser und die hl. Öle mussten jedes Mal in Gransdorf abgeholt werden. Die fortbestehende Bindung an die Mutterkirche kam auch dadurch zum Ausdruck, dass die Binsfelder an Ostern, Pfingsten und Mariä Himmelfahrt (15. August), dem Patronatsfest der Pfarrkirche, in Prozession nach Gransdorf ziehen und dort am Gottesdienst teilnehmen mussten.

Nach dem Zusammenbruch der alten Ordnung infolge der Französischen Revolution, als an der Spitze des Bistums Trier der französische Bischof Charles Mannay (1802-1816) stand, wurde Binsfeld 1803 zur Sukkursalpfarrei im Kanton Manderscheid erhoben. Es bekam Arenrath als Filiale, das aber nach der Wiedererrichtung des Bistums Trier in seinen heutigen Grenzen (1821) wieder als eigenständige Pfarrei erscheint. Erster Pastor von Binsfeld wurde Peter Billen, vom Irscher Hof bei Bitburg stammend, der damalige Pfarrer von Arenrath.

1982 wurde Binsfeld (vorher Dekanat Klausen) dem Dekanat Speicher zugeteilt und gleichzeitig Wohnsitz des Seelsorgers der neu geschaffene Einheit Binsfeld-Herforst-Spangdahlem. Diese ist seit 2013 Teil der Pfarreiengemeinschaft Speicher im Dekanat Bitburg.

Bei der Visitation von 1569 gab es im Ort eine Kapelle mit Kirchhof, die, wie aus späteren Angaben hervorgeht, den hl. Georg zum Patron hatte. Ein Altar und ein Kelch waren vorhanden. 1786 wurde die Kapelle um 10 Meter verlängert.

Der Entschluss zum Bau der heutigen Pfarrkirche wurde gefasst, als Bischof Wilhelm Arnoldi 1846 zur Visitation und Firmung nach Binsfeld kam. Der Bau wurde 1848/49 errichtet (Architekt Heinrich Bruck, Wittlich). In dem weiten, hellen Raum blieben die drei Altäre des 18. Jahrhunderts erhalten. Auch die Georgsfigur des vergrößerten heutigen Sakramentsaltars und die Figuren der hl. Margareta und des Erzengels Michael stammen aus der alten Kirche. Die Grundsteinlegung erfolgte am 13. August 1848  durch den Pfarrer Johann Kahlen. Am 28. April 1850, dem Fest des Hl. St. Georg wurde sie benediziert. Der neue Zelebrationsaltar aus Kupfer wurde von Otmar Kreutz (Binsfeld) angefertigt und gestiftet und stellt die Auferstehung Christ dar Bischof Stanislaus Kreutz (Bischof von Santo Angelo, Brasilien) konsekrierte den Altar im April 1996. Eingelegt in den Altar sind Reliquien aus dem alten Altar, sowie die der Seligen Schwester Blandine Merten, des Seligen Peter Friedhofen, dem Gründer der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf sowie des heiligen Rochus Gonzales (Jesuit und Missionar in Brasilien). Der alte Kreuzweg mit seinen 14 wiedergefundenen Stationen stammt aus dem Jahre 1865 und ist von Franz Quirin aus Kyllburg angefertigt worden.  Durch den Redemptoristenpater Joseph Schneider aus Trier wurde der Kreuzweg am 01. März 1868 eingeweiht.

Literatur:
Ph. de Lorenzi, Pfarreien, I, S. 356f.; Handbuch 1952, S. 620f.; KD Wittlich, S. 35f.; H. Valerius (Hg.), Beiträge zur Geschichte der Pfarrei und der Pfarrkirche St. Georg zu Binsfeld, Binsfeld 1990; F.-J. Heyen, Stift St. Simeon in Trier, Berlin - New York  2002; A. Heinz, Ein Eifeler als Reformator der Eifelabtei Prüm (Peter Binsfeld), in: Jahrbuch Prüm 1968, S. 71-75. Pfarrarchiv, Bistumsarchiv

Foto:
Fachverlag für Kirchenfotografie, EK Service, Saarbrücken