Pfarrei Idenheim

  • Geschichte der Pfarrei

    Der Pfarrort der heutigen Pfarrei Idenheim war ursprünglich Dahlem. Im Prümer Urbar wird der Ort bereits 893 genannt. Die Abtei Himmerod hatte seit 1256 das Recht, den Pfarrer zu benennen. Der Pfarrbezirk, zu dem als Filialen Trimport und das Oberdorf von Idenheim gehörten (das Unterdorf war nach Ittel eingepfarrt), war ursprünglich Teil der Großpfarrei Welschbillig. Aus ihr lösten sich im Laufe des 11. Jahrhunderts Sülm und Dahlem mit den jeweils zugehörigen Filialen. Bei der Visitation von 1569 wird der hl. Martin als Patron genannt. Trifft das zu, muss es einen Patroziniums­wechsel gegeben haben. Im 18. Jahrhundert war nämlich, wie heute, Bischof Lambert von Lüttich Kirchenpatron. Bedeutende Veränderungen ergaben sich in der Zeit der französischen Herrschaft (1794-1814). 1802 kamen Dahlem und Idenheim als ehemalige kurtrierische Orte unter Bischof Charles Mannay (1802-1816) zum verkleinerten Bistum Trier, das nur mehr das Saardepartement umfasste. Trimport dagegen wurde als ehemals luxemburgischer Ort nach Auw eingepfarrt, das zum Bistum Metz gehörte. Die Seelsorge in Trimport wurde aber weiterhin vom Pfarrer in Dahlem wahrgenommen. Nach der Visitation in Dahlem und Idenheim im Juli 1805 verfügte Bischof Mannay, dass der Pfarrsitz von Dahlem nach Idenheim zu verlegen sei. Die Idenheimer Filialkirche war geräumig und in bestem Zustand, während Kirche und Pfarrhaus in Dahlem sich in schlechtem Zustand befanden. Nachdem die Verlegung des Pfarrsitzes feststand, baute Idenheim umgehend ein neues Pfarrhaus und sorgte für den Unterhalt des Pfarrers. 1821 kam die Pfarrei Idenheim mit den Filialen Trimport (mit Teitelbach) und Dahlem zu der neu umschriebenen Diözese Trier. Die Pfarrei Idenheim gehörte zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) zum Dekanat Ehrang. Seit 2005 bildete die Pfarrei Idenheim mit Auw und Sülm eine Seelsorgeeinheit im Dekanat Bitburg. Der zuständige Pfarrer hatte seinen Wohnsitz in Sülm. Seit 2013 gehört die Pfarrei zur Pfarreiengemeinschaft Speicher, die nunmehr 10 ehemals selbstständige Pfarreien umfasst.

     

     

  • Die Pfarrkirche

    Die alte Heilig-Kreuz-Kapelle in Idenheim (Unterdorf), die an Eligius (1. Dezember) ihr Patronatsfest feierte, gehörte zur Pfarrei Ittel. 1785 war die Idenheimer Kapelle neu erbaut worden und hatte den hl. Nikolaus zum Patron erhalten. Die Kirche in Idenheim wurde 1825 und 1848 erweitert.

    Die heutige stattliche Pfarrkirche mit zwei Türmen wurde 1924/26 neu errichtet (Architekt Peter Marx, Trier). Konsekriert wurde das Gotteshaus am 25. September 1929 von Dr. Nikolaus Bares, dem damaligen Bischof von Hildesheim und späteren zweiten Bischof der Reichshauptstadt Berlin (1933-1935). Der bedeutende Kirchen­mann stammte aus Idenheim. An ihn erinnert ein Kirchenfenster im Altarraum. (Das Grab des Bischofs befindet sich in der Krypta der Berliner Hedwigs-Kathedrale).

  • Filialkirche Dahlem

    Nachweislich bestand in Dahlem 1249 eine Kirche. Die ältesten Teile der Kirche um den Turm (heute Altarraum und Sakristei) stammen noch aus spätgotischer Zeit. Das alte Portal stammt aus der Zeit der Kirchenerweiterung im Jahre 1720. Auf ihm sind die beiden Ringe des Himmeroder Abteiwappens zu sehen. 1569 standen zwei Altäre in der Kirche und zwei Kelche sowie eine Monstranz waren vorhanden. Im Jahr 1966 wurde die Kirche durch einen Erweiterungsbau wesentlich vergrößert (Architekt Hans Geimer).

  • Filialkirche Trimport

    In der Filiale Trimport gab es 1569 eine der hl. Margareta geweihte Kapelle. In ihr stand ein Altar. Ein Kelch war vorhanden. 1712 lag diese Kapelle in Trümmern. Sie wurde notdürftig wiederhergestellt, war aber noch 1776 mit Stroh gedeckt. Die heutige Filialkirche wurde 1778 an gleicher Stelle erbaut. In ihr steht ein 1907 von dem Gilzemer Altarbauer J. Lichter geschaffener Altaraufbau.

Literatur:

Ph. de Lorenzi, Pfarreien, I, S. 135; F. Pauly, Kyllburg-Bitburg, S. 216-220; Handbuch 1952, S. 298f.; M. Berens, Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes, S. 34f., 54-56, 93; A. Heinz, Dahlem verliert die Pfarrei, in: HK Bitburg-Prüm 1974, S. 179-184; A. Heinz, Ein Sohn der Südeifel (Bares), in: HK Bitburg-Prüm 1985, S. 68-75.

Fotos:

Johannes Blum