Pfarrei Metterich

  • Geschichte der Pfarrei

    Die Orte Metterich und Hüttingen werden erstmals 844 in einer Urkunde der Abtei Prüm aufgezeigt.

    Dass es damals in Metterich schon eine Kirche gab, ist ganz unwahrscheinlich. Kirchenpatron war und ist der hl. Eucharius, der erste Bischof von Trier. Metterich bildete mit seinen Filialorten im Kylltal, Erdorf und Hüttingen einen Seelsorgebezirk innerhalb der Großpfarrei Speicher. Bei der Visitation von 1569/1570 war nicht klar, ob die Eucharius-Kirche in Metterich eine selbstständige Pfarrkirche war, oder ob der dortige Seelsorger als Vikar dem Pfarrer von Speicher unterstand. Über den Pfarrstatus von Metterich kam es im Jahr 1700 zu einem Prozess in Luxemburg, der zugunsten des Pfarrers von Speicher entschieden wurde. Dieser nannte sich fortan betont „Pastor in Speicher und Metterich”. Der in Metterich wohnende Vikar blieb dem Pfarrer von Speicher unterstellt, auch wenn in der Kirche von Metterich wie in einer Pfarrkirche alle Sakramente gefeiert wurden.  Wie in Speicher stand das Recht, den Seelsorger für Metterich zu ernennen, ursprünglich dem Trierer Domdechanten zu, von dem es an den Pastor von Speicher überging.

    Bis 1784 war Metterich für das ganze Bitburger und Kyllburger Land Ziel der alljährlichen Pflichtprozessionen am „Bannfreitag” (Freitag der dritten Osterwoche). Fast 30 Pfarrprozessionen kamen dann nach Metterich, wo an diesem Tag auch ein Markt stattfand. Beim Umbau der Kirche im 18. Jahrhundert erhielt die Eucharius-Kirche die hl. Drei Jungfrauen Fides, Spes und Caritas zu Zweitpatronen. Aus diesem Grund waren bis weit ins 19. Jahrhundert die drei ersten Donnerstage im März in Metterich Wallfahrtstage mit großem Zustrom.

    In Erdorf, wo schon um 1330 eine Kirche bezeugt ist, hielt der Vikar von Metterich an jedem dritten Sonntag im Monat die Pfarrmesse. Die sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts verstärkenden Selbstständigkeitsbestrebungen der Filiale ließen die dortige St.-Laurentius-Kirche zur Pfarrkirche aufsteigen. 1808 wurde Erdorf von Metterich getrennt und als Sukkursalpfarrei im Kanton Dudeldorf anerkannt.

    Metterich erhielt 1803 den Status einer selbstständigen Pfarrei. Weil das Dorf mit seinen Filialen Erdorf und Hüttingen bis zu den Umwälzungen infolge der Französischen Revolution zum alten Herzogtum Luxemburg gehört hatte, kam die Pfarrei 1802 zum Bistum Metz. Nach der Wiedererrichtung des Bistums Trier in seinen heutigen Grenzen (1821) gehörte Metterich wieder zum Bistum Trier. In der Zeit des preußischen Kulturkampfes (1871/81) tat sich der Mettericher Pastor Karl Simon Kuhl (1868-1890) als eifriger Seelsorger und Verteidiger der Rechte der Kirche besonders hervor. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Pfarrei zum damaligen Dekanat Kyllburg. Seit 2013 ist sie Teil der Pfarreiengemeinschaft Speicher im Dekanat Bitburg.

  • Die Pfarrkirche

    Eine solche wird ausdrücklich erst bei der Visitation von 1569 erwähnt, war aber gewiss bedeutend älter. Das Alter der Mettericher Eucharius-Kirche ist schwer abzuschätzen. Die ältesten Teile des heutigen Gotteshauses, der Chor, stammen noch aus dem Spätmittelalter; das Schiff wurde 1727 erbaut, der Westturm 1754. Der achteckige Taufstein ist eine Arbeit des 16. Jahrhunderts. Die bemerkenswerten Figuren des Kirchenpatrons und des hl. Johannes Nepomuk stammen aus dem 18. Jahrhundert.

  • Filialkirche Hüttingen

    In Hüttingen stand wohl schon im Spätmittealter eine dem hl. Eremiten Antonius geweihte Kapelle. Der Turm der heutigen Filialkirche reicht jedenfalls bis ins Spätmittelter zurück. Das Schiff stammt aus dem Jahre 1777. Es wurde 1956/60 durch einen Anbau erweitert (Architekt H. Geimer, Bitburg).

Literatur:

Ph. de Lorenzi, Pfarreien, I, S. 312f.; F. Pauly, Kyllburg-Bitburg, S. 137-143; M. Berens, Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes, S. 53f., 69f.; Handbuch 1952, S. 509; A. Heinz, Kulturkampf in der Westeifel, in: HK Bitburg-Prüm 1991, S. 103-107; N. Kyll, Pflicht­prozessionen, S. 92-94.

Fotos:

Johannes Blum