Pfarrei Ordorf

  • Geschichte der Pfarrei

    Die Martinskirche in Ordorf dürfte als frühe Tauf- und Mutterkirche bis in die fränkische Zeit zurückreichen. Durch König Dagobert I. (+ 639) soll das Gebiet zwischen den alten Pfarrkirchen von Schleidweiler (Fidei) und Ordorf an das Trierer Frauenkloster Oeren-St. Irminen gelangt sein. In Ordorf und dessen Filialort Pickließem bezog diese Abtei bis um 1800 noch immer ⅔ des Zehnten, obwohl das Land östlich der unteren Kyll im Jahre 1000 in den Besitz des Erzbischofs von Trier übergegangen war. Der Pfarrort erscheint in Urkunden des 13. Jahrhunderts als villa superior Dudillendurf (= Ober-Dudeldorf). Die Pfarrei wurde 1277 dem im Vorjahr gegründeten Stift Kyllburg inkorporiert. Um 1330 wird eine Kirche in „Dudeldorf sive (oder) Ordorf” erwähnt.

    Bei der Visitation von 1570 gehörten zur Pfarrei St. Martin in Ordorf die Filialen Pickließem (Maximin), Badem (Maria; teilweise) und Gondorf (Drei Könige). Man zählte 200 Kommuni­kanten. Erst später (1721) entstand der Filialort Philippsheim. In Badem und in Pickließem hatte der Pfarrer wöchentlich eine Werktagsmesse zu halten. In Gondorf, wo ebenfalls das Allerheiligste aufbewahrt wurde, war der Pastor nur verpflichtet, den Sterbenden die Sakramente zu spenden und die Toten auf dem Friedhof um die Kapelle zu begraben. Alle Kapellen waren noch im 18. Jahrhundert nur mit Stroh gedeckt. Für die Stärkung des religiösen Lebens war die Einführung der Christenlehrbruderschaft im Jahre 1686 von großer Bedeutung. Ihre Halbjahresfeste waren in Ordorf der Josefstag (19. März) und der Sonntag nach Mariä Geburt (8. September), das spätere Schutzengelfest. Pfarrprozessionen gingen von alters her nach Metterich (Bannfreitag), Echternach, Kyllburg, Wachenfurth bei Fließem und Klausen. 1772 zählte die Pfarrei 450 Kommunikanten. 1792 wurden die Kinder und Jugendlichen aus der Pfarrei Ordorf in der Abteikirche von Himmerod gefirmt, wohin sie in gemeinsamer Prozession geführt worden waren. Da die Pfarrei zum Herzogtum Luxemburg gehört hatte, fiel sie 1802 an das Bistum Metz.

    Der große Filialort Badem wurde 1804 Sukkursalpfarrei im Kanton Kyllburg. In Badem kam am 4. Januar 1798 der spätere Trierer Bischof Wilhelm Arnoldi zur Welt, weshalb die heutige Bademer Kirche den Ehrennamen Wilhelm-Arnoldi-Gedächtniskirche erhalten hat. Damals gehörte die Pfarrei zum Dekanat Kyllburg. Seit 2013 ist sie Teil der Pfarreiengemeinschaft Speicher im Dekanat Bitburg.

  • Die Pfarrkirche

    In dem spätgotischen Chorraum (um 1500), der bis heute erhalten geblieben ist, standen drei Altäre, für die drei Kelche vorhanden waren. 1570 war das Schiff der Pfarrkirche reparaturbedürftig. 1741/43 wurden das Schiff und der Turm der Pfarrkirche neu gebaut. 1928/29 erfolgte eine Erweiterung nach Norden.
    Am 16. Juni 1931 wurde das Gotteshaus durch den Trierer Weihbischof Antonius Mönch neu geweiht.

  • Filialkirche Gondorf

    Eine Kapelle wird bereits 1576 erwähnt. Vorhanden war ein Altar und ein Kelch. Die jetzige Kirche in Gondorf wurde 1846/50 errichtet mit dem hl. Wendalinus zum Patron.

  • Filialkirche Philippsheim

    Die Kapelle in Philippsheim -hl. Philippus-, wurde am 1. Mai 1949 eingeweiht.
    In der Nähe liegt das ältere Hofgut Pfalzkyll (Josephskapelle 1921).

  • Filialkirche Pickließem

    Die Maximin-Kapelle in Pickließem wurde 1849/50 neu erbaut. Sie besitzt seit 1776 eine Reliquie vom Hl. Kreuz, weshalb eine kleine Wallfahrt am 3. Mai (Kreuzauffindung) entstand.
    In dem Gotteshaus gab es einen Altar und einen Kelch.

Literatur:

Ph. de Lorenzi, Pfarreien, I, S. 313-315; F. Pauly, Kyllburg-Bitburg, S. 137-142; M. Berens, Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes, S. 78f., 83; Handbuch 1952, S. 511; A. Heinz, Reliquie vom Hl. Kreuz, in: HK Bitburg-Prüm 1998, S. 211-213; A. Heinz, Kirchliches Leben in Badem, in: Badem, 1983, S. 104-114; E. Lutsch, Kirchenbuch Ordorf, in: BGBL 2 (1991), S. 50-52.

Fotos:

Johannes Blum