Pfarrei Sülm

  • Geschichte der Pfarrei

    Die erste Erwähnung von Sülm (Sulmana) und Röhl finden wir in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Egbert (977-993) von 981. Damals stand in Sülm schon eine Kirche. Die spätere Pfarrei gehörte ursprünglich zum Großpfarrbezirk Welschbillig, aus dem sie sich wahrscheinlich im Laufe des 11. Jahrhunderts löste. Wie in Welschbillig ist auch in Sülm der Apostel Petrus Kirchenpatron. Das weist zurück auf den Petrus-Dom in Trier. Die Linie der Christianisierung verlief von der Bischofskirche in Trier über die Tauf- und Mutterkirche in Welschbillig zur Petrus-Kirche in Sülm. Geistlicher und weltlicher Herr in Sülm und Röhl war der jeweilige Erzbischof von Trier. Beide Orte gehörten bis zum Ende der alten Ordnung (um 1800) im Amt Welschbillig zum Kurfürstentum Trier. Die Filiale Scharfbillig unterstand dagegen luxemburgischer Landeshoheit. Wie aus den Visitationsdokumenten von 1570 zu entnehmen ist hatten die Filialkapellen von Röhl (Martin) und Scharfbillig (Maria) wöchentlich eine Werktagsmesse. 1723 war die „Christenlehrbruderschaft” eingeführt worden. Ihre Sondergottesdienste (Sonntagskatechese mit Vesper, Bruderschaftsandacht am Monats­sonntag, Sakramentsprozession an den zwei Halbjahresfeiern) lebten bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts.

    Das Pfarrhaus in Sülm war 1740 neu erbaut worden.

    1719 stiftete der damalige Sülmer Pastor Theoderich Haw (1680-1721) eine sonntägliche Frühmesse in der Pfarrkirche, die von einem eigens angestellten Frühmesser gehalten wurde. Sechs sind namentlich bekannt. Ab dem frühen 19. Jahrhundert hielt der Ortspfarrer selbst die Frühmesse. Das baufällige „Frühmesserhaus” wurde 1827 verkauft. Weil die Kapelle in Scharfbillig Maria zur Patronin hatte, fand der Pfarrgottesdienst an allen Marienfesten und an Weihnachten (Hochamt) bis um 1800 dort statt.

    Die Pfarrei pflegte bis an die Schwelle der Französischen Revolution (1789) ein reiches Prozessions-brauchtum. In der Bittwoche zog man zusätzlich zu den allgemein üblichen drei Bittprozessionen am Freitag zur Marienkirche von Auw und am Samstag nach Wachenforth bei Fließem. Am Bannfreitag in der dritten Osterwoche war die Eucharius-Kirche von Metterich Prozessionsziel. An Peter und Paul ging eine Prozession nach Trier zum Dom. Am Pfingstdienstag war die Pfarrei bei der Springprozession in Echternach vertreten. Zum Helenenberg zog man am 14. September (Kreuzerhöhung), im 19. Jahrhundert nur mehr bis Idenheim. Bis zum Verbot der Fernprozessionen durch Erzbischof Clemens Wenzeslaus im Jahre 1784 besuchte die Pfarrei alljährlich am letzten Freitag vor dem Johannestag (24. Juni) die Stiftskirche von Kyllburg. Man betete um günstige Witterung. Die am häufigsten besuchten Wallfahrtsorte waren Auw und Klausen.

    Im Jahr 2005 wurde Sülm mit Auw und Idenheim zu einer Seelsorgeeinheit zusammengefasst.

    Die Pfarrei Sülm gehört seit 2013 zur Pfarreiengemeinschaft Speicher im Dekanat Bitburg.

  • Die Pfarrkirche

    Die Kirche in Sülm – dem hl. Petrus geweiht - ist um 1330 in der „Taxa Generalis“ als Pfarrkirche bezeugt. Eine der beiden damals vorhandenen Glocken ist die 1550 gegossene Marienglocke, die sich heute in Scharfbillig befindet. Bei der Visitation von 1570 standen in der Petrus-Kirche von Sülm drei Altäre. Das sich alle drei Kirchen der Pfarrei in gutem Zustand befinden geht aus der Visitation von 1743 hervor. Die Pfarrkirche besaß eine kupfer­vergoldete Monstranz, zwei silberne Messkelche, einen Speisekelch und Ölgefäße aus Silber. 1826 wurde die heutige Pfarrkirche erbaut. Zu dem neuen Hochaltar kamen 1846 die beiden Seitenaltäre aus der alten Kyllburger Pfarrkirche St. Maximin. Die Konsekration erfolgte am 5. Oktober 1851 durch Bischof Wilhelm Arnoldi (1842-1864). Die Deckenmalerei „Mariä Himmelfahrt” stammt aus dem Jahre 1932 (W. Imendt, Trier). 1978 wurde die Kirche gründlich renoviert und der Altarraum im Sinn der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils neu  gestaltet.

  • Filialkirche Röhl

    Erbaut wurde die Filialkapelle Röhl 1813. Die erste Erweiterung erfolgte im Jahr 1951. Verhandlungen und Planungen über einen Neubau bzw. eine nochmalige Vergrößerung gab es im Jahre 1968. Die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen wurde mit Schreiben vom 14.05.1968  durch das Bistum bestätigt. Architekt Karl-Peter Böhr, Trier wurde mit der Bauleitung beauftragt. Die Einweihung der Kirche, die dem hl. Martin geweiht ist, fand am 20.05.1973 statt.

    Der Hochaltar ist eine Leihgabe von der Abtei St. Matthias in Trier. Das Altarkreuz über der Empore stammt aus der Pfarrkirche in Sülm.

  • Filialkirche Scharfbillig

    Die heutige, dem hl. Lukas geweihte Filialkirche wurde 1818 errichtet. Der Altar entstand 1760 in Himmerod für die Klosterkirche von St. Thomas und befand sich von 1812 bis 1875 in der Stiftskirche von Kyllburg.

Literatur:

Ph. de Lorenzi, Pfarreien, I, S. 141-143; F. Pauly, Kyllburg-Bitburg, S. 216-220; M. Berens, Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes, S. 82, 84, 90-93; Handbuch 1952, S. 232f.; A. Heinz, Sülm 1000 Jahre, 1981, S. 11-89.

Fotos:

Johannes Blum